Dark Diary.



  • Mittwoch, 14.07.2010


17:52 h: Gestresst. Genervt. Zerstreut. Müde. Erschöpft. Adjektive die nach diesem anstrengenden Tag in meinem Kopf auf und ab tanzen. Ich sollte in nächster Zeit mehr schlafen, habe ich heute festgestellt. Gegen halb 4 hat es mich heute hingehauen, als ich gerade einen Ordner aus dem Regal holen wollte. Zum Glück schlug mein Kopf nur an einer Holzkante des Schreibtisches auf,  was heißen soll, dass ich nur eine kleine Beule erlitten habe. Mir wurde bei der Hitze und dem Stress einfach schwarz vor Augen und plötzlich verwandelten sich meine stützenden Kniescheiben in glibberigen Pudding, der mir zum Verhängnis wurde und ich umkippte. Heute habe ich zusätzlich festgestellt, dass es auch Menschen gibt, denen man vertrauen sollte. Regelrechter Terror und Kontrolle zerstören ein sonst das sonst so harmonische Verhältnis innerhalb einer Beziehung. Deswegen sollte ich nicht mehr so viel Zeit in das Besorgtsein investieren und mehr für meinen Körper tun.
Ich habe soeben Ralf davon erzählt, dass ich heute umgekippt bin, er meinte, dass heute das Training flachfällt. Ich soll mich doch erstmal ausruhen und schlafen. Gut so, das hätte mich heute wahrscheinlich noch umgebracht.

20:19 h: War eben beim Aldi einkaufen. Ausbeute: Haferflocken, Milch und eine Dose Ravioli.



  • Dienstag, 13.07.2010

08:35 h: Ich sollte mich jetzt sputen, wenn ich pünktlich am Dokuzentrum sein möchte. Ich hab mir gerade noch einen Überlebenstrack von Marek Hemmann auf den PC gezogen und dann gehts ab. Ade, bin mal duschen und dann weg.

13:51 h: Dafür, dass ich dachte, dass der Rundgang am Reichsparteitagsgelände und durch das Dokumentationszentrum langweilig wird, war es doch ziemlich informativ und fesselnd. Einige Bilder stelle ich online, denn manche Textpassagen sind echt wert zu lesen, auch wenn sie eine dunkle Vergangenheit haben. Wirklich wirklich sehenswert das Ganze. Da die Bilder im SchülerVZ eventuell doch für Aufruhr sorgen könnten, poste ich diese doch lieber in meinen Blog.

  • Allgemeines zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände

Noch heute zeugen auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Auf elf Quadratkilometern sollte hier eine monumentale Kulisse für die Selbstinszenierung der NSDAP entstehen.

Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, umgangssprachlich Doku-Zentrum genannt, befindet sich im Nordflügel der von den Nationalsozialisten für 50.000 Menschen konzipierten, unvollendet gebliebenen Kongresshalle. Mit seinem "Pfeil aus Glas und Stahl", der sich durch den Nordflügel bohrt, setzt das Dokumentationszentrum auch von außen ein weithin sichtbares architektonisches Zeichen.


Aktuelles Thema war übrigens "175 Jahre deutsche Bahn". D. h. die deutsche Bahn arbeitete für die aktuelle Sonderausstellung eng mit vielen Museen Deutschland zusammen. Unter anderem auch mit dem Doku-Zentrum in Nürnberg. Deswegen sieht man des Öfteren auch Bilder der Reichsbahn und Aufnahmen der Deportationen der Juden aus Deutschland.


































































Nachträge:

00:29 h: Und hier beginnen wieder die nächtlichen Beiträge aus Gedanken und Ergüssen spontaner Emotionencocktails. Ich habe bemerkt, dass es schlimmer wird, sobald es draußen dunkler & später wird. Meine Gefühle sind gerade unbeschreiblich. Einerseits versuche ich, nicht einzuengen, andererseits kann ich nicht loslassen. Es geht einfach nicht. Ich klammere wie ein kleines Äffchen. Leider bin ich nicht mehr als kleines Äffchen sondern als trampelnder Gorilla einzustufen. Es ist dieses seltsame, magenfüllende, erbrechenähnliche Gefühl, das mir zu schaffen macht. Ich habe in den letzten 2 Tagen kaum gegessen, von Schlafen ist auch eher weniger die Rede. Eigentlich sollte ich mich schon am Montag bei meinem Vater und spätestens heute bei meiner Mutter gemeldet haben. Jedoch überollen mich zich von Problemen und einengende Fragen, wenn ich mich mit ihnen unterhalte. Wenn ich keine Freunde hätte, hätte ich wahrscheinlich noch größere Probleme. Unter Freunden meine ich wirkliche "Menschen", die mich auch unterstützen und keine Bekanntschaften aus facebook oder Elitepartner.de. Deswegen bin ich auch Caro dankbar, dass sie für mich da ist. Und Elisa. Ich weiß nicht, ob es gut oder falsch ist über solch privaten Dinge im Internet zu schreiben, aber im Endeffekt kann mir das egal sein, weil ich mich auf der Straße genauso gebe und unterhalte. Ich habe nichts zu befürchen. Mein Ausbildungsbetrieb kennt mich, meine Eltern auch. Der Rest ist mir eigentlich egal. Eigentlich dient dieser Blog auch nur zur Untermalung meiner freien Zeit und der Unterhaltung und dem Auf-dem-Laufenden-halten meiner Freunde. Ich bin nun mal so und ich werde mich auch nicht ändern.

03:59 h: Ich übergebe mich. Der gesamte Mageninhalt begrüßt mich pünktlich zum Sonnenaufgang.

06:09 h: Immer noch wach. Ab in die Arbeit.

  • Montag, 12.07.2010
Liegend auf meinem Bett, aus dem Balkonfenster herausblickend auf den tröstenden Regen merke ich, das ich in den letzten Tagen viel falsch gemacht habe. Vor allem ist mir letzte Nacht klar geworden, dass man unterschwellige Emotionen zwar aus dem kleinen, eigenen Käfig freilassen sollte, jedoch nicht wild auf die Menschheit gerichtet. So etwas wie "Eifersucht" möchte ich deshalb erst gar nicht hochkommen lassen. Denn genau das war der Grund, wieso ich letzte Nacht mit meiner Liebsten Streit hatte. Jeder teilt verschiedene Ansichten von Verständnis & Vetrauen. Als mir, dem unverständnisvollen Part, dann am kommenden Morgen um 03:37 h bewusst geworden ist, dass ich doch ziemlich egoistisch sein kann, was dies betrifft, war dies leider etwas zu spät. Deswegen sammle ich meine kleineren Wutausbrüche des Alltags und Stresssituationen auf einen Punkt und trainiere sie nachmittags im Training aus.
Ich habe heute mit Ralf telefoniert, meinem Trainer.
Er meinte, ich sollte öfter eifersüchtig sein und energiegeladen sein, dann würde ich auch öfter trainieren. Außerdem würde das meinen kleinen Wohlstandsbauch etwas minimieren, fügte er dreist hinzu.
Deswegen erstellt mir Ralf jetzt einen Trainingsplan, den ich einerseits im Training und andererseits zuhause oder draußen abtrainieren kann. Dazu gehört unter anderem Joggen, Sit-Ups, gesunde Ernährung und und und.
Ich habe soeben meinen Kühlschrank aussortiert. Der Toast ist als erstes geflogen. Die restlichen 5 Euro die mir blieben, habe ich in neutralen Joghurt und Wasser investiert. Haferflocken habe ich daheim, Eiweißpulver bekomme ich von Ralf.
Mein Ziel ist es, fitter zu werden und sich auch mal auf mich selber zu konzentrieren.
Heute steht noch Joggen an und evtl. Training. Danach gehts zu Meggi's Party. Morgen darf ich mich auf einen ermüdenden Wandertag freuen, der mit einem Besuch im Dokuzentrum beginnt. Zum Glück kann ich nicht alle Texte, die dort auf einem Medium abgespeichert und dann abspielbar sind, auswendig.
Danach will sich die Klasse in ein Lokal begeben und zusammen speisen. Werde ich schon mal dezent auslassen.
Auf gut Glück.

Nachtrag:

22:37 h: Es hat seit Langem mal wieder geregnet und ich nutzte diese Chance natürlich, als ich dann noch am Wöhrder See war. Es wurde erst immer finsterer und schließlich ergoss sich der Himmel über mir. Die Wolken stritten sich und donnerten sich an. Manchmal jagte eine Wolke einen Blitz über den See und die Winde tanzten wie kleine Geister über die Oberfläche. Ich - am Ufer stehend, breitete die Arme aus. Der Regen prasselte auf meine Haut und ich fing einige Tropfen mit dem Mund auf. Ich fing an zu tanzen. Die Musik in den überdimensionalen Kopfhörern knallte auf mein Trommelfell und massierte es förmlich. Seit Langem hat sich Musik und Regen nicht mehr so gut angefühlt. Vor allem, weil Musik ablenkt. Von all den Sorgen. Von all den ganzen Problemen die einen täglich jagen und hetzen.

23:24 h: Ich kann nicht schlafen. Ich hab heute noch nichts gegessen. Ich hab auch keinen Hunger. Ich versuche, morgen etwas zu mir zu nehmen. Wenigstens trinke ich reichlich. Die einzigen Lebensmittel, die meinen Kühlschrank füllen sind Paprika und Milch.

23:54 h: Ich verspüre das dringende Bedürfnis rauszugehen und zu joggen. Aber ich weiß nicht was mich daran hindert.

00:06 h: Ich kann die U-Bahn von hier hören, wenn ich mein Balkonfenster offen habe. Die Stadt schläft. Oder ist gerade dabei einzuschlafen. Die U-Bahn- und Motorengeräusche ist das Schnarchen der Stadt. Witzig, das aus der Sichtweise zu betrachten.

00:33 h: Ich kann nicht einschlafen. Ich wälze mich in meiner 2-Meter-langen, roten Bettwäsche umher und gucke hin und wieder aus dem Balkonfenster, was nichts bringt, da es draußen zappenduster ist. Ich höre alte, melancholische Musik und kann nicht aufhören, an sie zu denken. Vielleicht wird mir jetzt erst wirklich bewusst, wie wichtig sie mir geworden ist. Das sie ein Teil von meinem Leben ist, ganz ohne Gefühlsduselei. Mal sehen, wie viele Nachträge noch folgen...

01:09 h: Die Zeit scheint von mir wegrennen zu wollen. Ich blicke auf die Uhr und bemerke, dass es immer später wird. Und immer sinnloser und seltsamer werden die Gespräche mit den Kindern der Nacht, die noch in MSN und Facebook online sind. Mir scheint, als würde Titte genau neben mir sitzen. Das grüne, kleine Lämpchen in MSN wirkt jedenfalls so. Meinen Wecker habe ich ganz stolz auf 08:00h gestellt. Morgen gehts ab ins Dokumentationszentrum und dann nach Hause. Es soll morgen glücklicherweise nicht so heiß werden. Mittwoch kehrt dann die Gluthitze wieder zurück. Vielleicht brechen wir diesen Sommer ja den Rekordsommer von 2006? Wer weiß. Jedenfalls ist es mittlerweile 01:12h und ich kann immer noch nicht schlafen. Ich könnte die ganze Nacht schreiben.

01:37 h: Das wird der letzte Eintrag für heute. Ich werde die Nacht auf dem Balkon verbringen, nur schreiben werde ich erst morgen wieder. Die Sterne sind so schön. Zuletzt möchte ich noch einen letzten Satz loswerden.

[Keisha, Baby, ich liebe dich.]
Der Text, der jetzt folgt, passt wie die Faust auf's Auge.
Wir kennen uns nicht, doch ich will dir vertrauen!
Ich teile mit dir Träume von 'nem Glück frei von Zeit und Raum.
Einen Traum der bei uns bleibt wenn Andere gehen.
Ein Glück das mich befreit - ich lass´ es jetzt mit mir geschehen.
Ich lass´ mich gehen.
Ich lass´ mich mit dir treiben.
Verlierst du deine Angst vor mir
und willst du bei mir bleiben?
Ich zeig´ dir ein Herz,
das mein Glück mit deinem vereint.
Ich warte auf den Tag,
an dem die Sonne etwas heller scheint.
Ich such´ den Weg aus der Dunkelheit
Ich such´ das Licht.
Ich lass´ mich bei Dir fallen
ohne Angst, dass mein Herz zerbricht.
Es spricht über dich und mich
und weist mir einen Weg.
Es zeigt sich und ich weiß,
dass es da ist und mich zu dir trägt.
Und weht ein warmer Wind auf dem
Weg den wir beschreiten,
vergess' ich meine Leiden,
denn das Glück wird uns begleiten.
Wir treiben jetzt gemeinsam mit dem
Glück, das ich jetzt habe.
VERTRAUST DU MIR?
GLAUBST DU ALLES WAS ICH SAGE?

[Sabrina Setlur feat. Xavier Naidoo - Glaubst du mir ]
02:05 h: Gute Nacht, Nürnberg. Gute Nacht, München. Gute Nacht, Grünberg. Gute Nacht, Gießen. Gute Nacht, Friedberg. Gute Nacht, Hanau. Gute Nacht, Simmelsdorf-Hüttenbach. Gute Nacht, Schnaittach. Gute Nacht, Lauf.

  • Sonntag, 11.07.2010 
Strange. Alles was zur Zeit passiert oder an mir vorbeizieht. Alles hinterlässt kleine, kalte Spuren auf meiner Haut. Manche hinterlassen schmierige Schlieren unter anderem auch seltsam-aussehende Kratzer. Meine Wohnung wird immer leerer, weil der Vormieter sein restliches Mobiliar Stück für Stück entfernt. Und ich, Lokalpatriotin bin glücklich mit dem was ich habe. Oder unglücklich mit dem was ich nicht habe.
  • Dienstag, 15.06.2010
Ich muss zugeben, heute war ein sehr angenehmer Tag, bis auf ein paar Ausnahmen. Sehr gut im Englischzertifikat abgeschnitten, 'ne 5 in BWG kassiert, was vorauszusehen war, nachdemich in der Nacht meines Rauswurfs keinen Nerv hatte etwas zu lernen. Bei den Nachmittagspräsentationen schlief ich ein, nachdem einige monotone Stimmen gemixt mit vollem Bauch und warmer Schweißluft dazu verleiteten. Eigentlich sollte ich hier nicht sitzen und den ersten Eintrag meines Blog verfassen, jedoch sehe ich so ungern leere Einträge. Morgen fahr ich wieder zu ihr. *_* Freude kommt auf! Bis Sonntag einfach weg von den Sorgen und Problemen meiner kleinen, trostlosen Welt.
Ich hatte mir übrigens heute morgen fest vorgenommen, am Nachmittag meine Pfandflaschen abzugeben und meine Wäsche wasche. Wieder hat sich ein Vorsatz mit einem euphorischen "Tschüß" verabschiedet. Hmpf. Deprimierend irgendwie. Naja. Mach ich dann.. morgen früh. :)

  • Donnerstag, 17.06.2010 Ich muss schon sagen: Dafür, dass ich mir vorgenommen wirklich jeden Tageinen Post zu erstellen, der über meinen täglichen Ablauf berichten soll, fängt es ja schon mal gut an. Nein, wirklich. Gestern bot sich mir einfach keinerlei Möglichkeit im IC 880 nach Grünberg online zu gehen. Außerdem muss ich mich heute noch bei der Deutschen Bahn beschweren, denn angesetzt war ein ICE 880 der dann schließlich wegen einer technischen Störung durch einen IC 880 ersetzt wurde. Heißt quasi, dass ich keine verfickte Steckdose in diesem abgefuckten Zug fand. Heißt widerum, dass ich meinen Akku nicht aufladen und somit meinen Laptop nicht zum Laufen gebracht habe.
Mit diesem Satz möchte ich mich ganz herzlich beim nationalen Service-Team der DEUTSCHE BAHN AG für die unkompetentesten Dienstleistungen EVER bedanken - EPIC FAIL.  
Jedenfalls werde ich heute genau 8,25 € inkl. Mehrwertsteuer einfordern um die Bahn ein wenig zu schädigen. Suckerz -___-"


Heute gehts mir jedoch gut. Ich hatte gestern einen wunderschönen Abend mit IHR. Und der Morgen heute war einer der Angenehmsten seit Langem. Ich liebe es bei ihr zu sein. Hier kann ich einfach alles vergessen, was mich bedrückt. Ich sollte mich einfach in ihren Schrank einquartieren und hier wohnen. Oder sie in einen Koffer packen, entführen und bei mir leben lassen. Aber hey, raus aus der Illusion, rein in die Realität. Das geht jetzt einfach noch nicht. Aber hoffentlich bald. Ich werde warten.